Verwendung von Rauchschutztüren

Die Wahrscheinlichkeit im Brandfall an eine Rauchvergiftung zu erleiden ist deutlich größer als Brandverletzungen davon zu tragen. Somit sollte dem Rauchschutz eine mindestens genauso hohe Aufmerksamkeit wie dem Feuerschutz gelten.
Rauchschutztüren haben die Aufgabe, im Falle eines Brandes den Durchtritt des Rauches durch  Baukörperöffnungen für etwa 10 Minuten zu verhindern, um die Rettung von Personen ohne Atemschutz zu gewährleisten.


Damit die Rauchschutztüren ihren Zweck erfüllen können, müssen sie geschlossen sein. Grundsätzlich leitet sich daraus die Anforderung ab, dass es sich um selbst schließende Türen handeln muss. Ausnahmen sind möglich, wenn eine entsprechende Vorrichtung ein selbständiges Schließen mittels eines Sensors im Gefahrenfall ermöglicht.


Spezielle baurechtliche Vorschriften

Die Musterbauordnung (MBO) ist auch in Bezug auf den Rauchschutz die Basis der baurechtlichen Bestimmungen, welche sich in den Landesbauordnungen (LBO) niederschlagen. Die LBO's wiederum stützen sich weitgehend auf DIN 18095-1 : 1988-10. Die Bestimmungen zum Rauchschutz richten sich auf Treppenräume, Aufgänge und Flure. Wo die Rauchschutz-Maßnahmen zum Einsatz kommen ist wie beim Feuerschutz in den LBO's katalogisiert. Die Anforderungen an die Türen sind in den Normen festgelegt.


Anforderungen an Rauchschutztüren

Rauchschutztüren bzw. die entsprechenden Bauarten müssen folgende Anforderungen erfüllen:


Dauerfunktionstüchtigkeit

In DIN 18095-2 : 1991-03 und DIN 4102-18 definierte Dauerfunktionsprüfung muss erfolgreich bestanden werden.


Dichtheit

In DIN 18095-2 : 1991-03 und DIN 4102-18 definierte Dichtheitsprüfung muss erfolgreich bestanden werden.


Luftdurchlässigkeit

In DIN 18095- : 1999-06 definierte Prüfung über die Grenzwerte der Luftdurchlässigkeit muss erfolgreich bestanden werden.


Geeignetes Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen

Relevant für den Brand- und Rauchschutz ist das nach DIN 4102-18 : 1991-03 definierte Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen.


Selbstschließend
Die Rauchschutztür muss nach DIN 4102-18 : 1991-03 selbstschließend sein.

 

Die notwendigen Eigenschaften werden im Rahmen der Bauartprüfung geprüft.

 

Normen für Rauchschutztüren in der Übersicht

Norm

Bezeichnung

DIN 18095-1: 1988-10

Rauchschutztüren - Begriffe und Anforderungen

DIN 18095-2: 1991-03

Rauchschutztüren - Bauartprüfung der Dauerfunktiontüchtigkeit und Dichtigkeit

DIN 18095-3: 1999-06

Rauchschutzabschlüsse - Teil 3: Anwendung von Prüfergebnissen

DIN 4102-18: 1991-03

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen, Feuerschschlüsse - Nachweis der Eigenschaft "selbstschließend"

Praktische Auswirkungen der gestzlichen Bestimmungen

Hersteller, die Rauchschutztüren in den Verkehr bringen, müssen für jede Bauart entweder ein Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis vorweisen können oder für die jeweilige Bauart eine Lizenz besitzen, der eine bauaufsichtliche Prüfung zu Grunde liegt. Entsprechende Verwendbarkeitsnachweise sind zu führen und in Form von Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) und Übereinstimmungsnachweis zu dokumentieren. Für den Verbraucher sind die relevanten Daten am vorgeschriebenen Kennzeichnungsschild sichtbar, das an der Tür angebracht sein muss.