Verwendung von Feuerschutztüren

Brandschutztüren sollen im Falle eines Feuers im Gebäude die Baukörperöffnungen eine bestimmte Zeit geschlossen halten, um den Übertritt des Feuers von einem Raum zum nächsten zu verhindern und somit die Rettung von Menschen durch die Feuerwehr zu sichern. Der Gesetzgeber sieht dabei eine Zeit von mindestens 30 Minuten als minimale Anforderung für eine Brandschutztür, im Fachjargon auch „Feuerabschluss“ genannt.  Es wird zwischen verschiedenen Feuerwiderstandsklassen differenziert:

 

T30 (Bezeichnung „feuerhemmend“): Feuerwiderstandsdauer mind. 30 Minuten

 

T90 (Bezeichnung „feuerbeständig“): Feuerwiderstandsdauer mind. 90 Minuten

 

Damit die Brandschutztüren ihren Zweck erfüllen können, müssen sie geschlossen sein. Grundsätzlich leitet sich daraus die Anforderung ab, dass es sich um selbst schließende Türen handeln muss. Ausnahmen sind möglich, wenn eine entsprechende Vorrichtung ein selbständiges Schließen mittels eines Sensors im Gefahrenfall ermöglicht.

 

Des Weiteren existieren die Begriffe "rauchdicht" und "dichtschließend", die im Zusammmenhang mit dem Rauchschutz zu sehen sind. Da Feuer- und Rauchschutz auf Grund des i.d.R. identischen Gefahrenfalls sollten immer auch die Eigenschaften in Bezug auf Feuer UND Rauch in Betracht gezogen werden. Mehr dazu unter Rauchschutztüren.


Spezielle baurechtliche Vorschriften

Die Landesbauordnungen zuzüglich der Sonderbauverordnungen geben zunächst vor, wo Feuerschutzabschlüsse zum Einsatz kommen müssen. Ein solcher Katalog, der von Land zu Land unterschiedlich sein kann beinhaltet zum Beispiel Gebäude mit hoher Besucherzahl wie Schulen, Gaststätten & Restaurants, Kindergärten Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen, Universitäten u.s.w..


Normen

Folgende genormte Feuerschutztüren können durch Fachbetriebe ohne Brandschutzprüfung in Verkehr gebracht werden. Eine Brandschutzprüfung ist somit bei Einhaltung der Norm nicht notwendig; die Einhaltung der Norm wird durch das Übereinstimmungszertifikat ("ÜZ-Zeichen") nachgewiesen.

 

Norm

Bezeichnung

DIN 18082-1: 1991-12

Feuerschutzabschlüsse - Stahltüren T30-1-Bauart A

DIN 18082-3: 1984-01

Feuerschutzabschlüsse - Stahltüren T30-1-Bauart B


Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung wird vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) ausgestellt. 

 

Folgende Normen sind diesbezüglich relevant:

 

Normen

Inhalt

DIN 4102-5: 1977-09

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschaftwänden und gegen Feuer widerstandsfähige Verglasungen - Begriffe, Anforderungen und Prüfungen

DIN 4104-18: 1991-03

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Feuerschutzabschlüsse - Nachweis der Eigenschaft "selbstschließend" (Dauerfunktionsprüfung)


Materialabhängige Feuerschutzprinzipien

Bei den Feuerschutztüren herrschen zwei Werkstoffe vor, nämlich Metall und Holz.

 

Feuerschutztüren aus Metall nutzen in der Regel Mineralwolle oder Mineralfaserplatten für den Feuerschutz. Je nach Ausführung als T30 (feuerhemmend) oder T90 (feuerbeständig)-Varianten sowie in Kombination mit Rauchdichtheit, Schalldämmung oder einbruchhemmend möglich.

 

Feuerschutztüren aus Holz oder Holzwerkstoffen in der Feuerwiderstandsklasse T30 erhalten ihre Feuerschutzwirkung vorwiegend durch eingearbeitete Spezialplatteneinlagen in Kombination mit aufschäumenden Dichtstreifen. Dabei führt die Hitze im Brandfall physikalische Prozesse herbei, bei denen durch entsprechende Ausdehnung der Materialien eine Abdichtung und Verstärkung des Türblattes hervorgerufen wird.