Widerstandsklasse

Zur Klassifizierung der Einbruchsicherheit können Türen so genannten Widerstandsklassen zugeordnet werden. Die Widerstandsklasse berücksichtigt vier Faktoren:

 

  • Statische Belastung: Mit welcher Kraft wird die Gewalt gegen die Tür ausgeübt?
  • Werkzeuge: Welche Werkzeuge werden dabei verwendet?
  • Tätertyp: Um welche Art Täter handelt es sich?
  • Aktivität: Mit welchen Maßnahmen versucht der Täter einzudringen?

 

 

Widerstandsklasse 1 (WK1) = keine Widerstandszeit

Statische Belastung: 3 kN
Werkzeuge: keine
Tätertyp: Gelegenheitstäter
Aktivität: Gegenspringen, Aufdrücken


Eine einbruchhemmende Tür gemäß WK1 muss einer statischen Belastung von 3 kN (Kilonewton) standhalten. Dabei dürfen keine Werkzeuge verwendet werden. Der Täter wird als Gelegenheitstäter eingestuft. Er übt körperliche Gewalt in etwa durch Gegenspringen aus.

 

Widerstandsklasse 2 (WK2) = Widerstandszeit 3 Minuten

Statische Belastung: 3 kN
Werkzeuge: Einfache Hebelwerkzeuge
Tätertyp: Gelegenheitstäter
Aktivität: Spontanes Aufbrechen, Benutzung eines Hebelwerkzeugs

Widerstandsklasse 3 (WK3) = Widerstandszeit 5 Minuten

Statische Belastung: 6 kN
Werkzeuge: wie WK2 und 70 cm Nageleisen/Brechstange
Tätertyp: Geringfügig erfahrener Täter
Aktivität: Spontanes Aufbrechen, Benutzung der genannten Werkzeuge

Widerstandsklasse 4 (WK4) = Widerstandszeit 10 Minuten

Statische Belastung: 10 kN
Werkzeuge: wie WK3 und Schlagwerkzeuge, Akkubohrer
Tätertyp: Erfahrener Täter
Aktivität: Geplantes Vorgehen, auch mit Zielsetzung Gewerbeobjekte

Widerstandsklasse 5 (WK5) = Widerstandszeit 15 Minuten

Statische Belastung: 15 kN
Werkzeuge: wie WK4 und Winkelschleifer, Stichsäge
Tätertyp: Erfahrener Täter
Aktivität: wie WK4, auch öffentliche Objekte, geht mittleres Risiko ein

Widerstandsklasse 6 (WK6) = Widerstandszeit 20 Minuten

Statische Belastung: 15 kN

Werkzeuge: Wie WK5 und leistungsstarke Elektrowerkzeuge
Tätertyp: Erfahrener Täter
Aktivität: Wie WK5, geht jedoch auch hohes Risiko ein