Schwachstellen bei Türen

Die einzelnen Türelemente sind auf die angestrebte Widerstandsklasse abzustimmen. Ein schwerer Rahmen und der Einsatz von Hintergreifhaken bringen nichts, wenn das Türblatt hohl ist und aus weichem Holz besteht. Die Tür ist nur so sicher wie sein schwächstes Element. Ausgehend von der Widerstandsklasse sind also Elemente zu wählen, die den entsprechenden Widerstand leisten und den Täter für den definierten Zeitraum abhalten können.

 

Folgende Elemente stehen dabei im Vordergrund:

  • Türblatt/Füllungen
  • Rahmen
  • Bänder
  • Schloß
  • Schließblech

Türblatt/Füllungen

Die größte Angriffsfläche bietet das Türblatt. In Bezug auf Sicherheit sind vier Faktoren entscheidend:

 

Die Konstruktion

Es wird differenziert zwischen Massiv- und Hohlraumbauweise. Ein massives Türblatt kann aus einem Material bestehen oder Füllmaterial beinhalten. Hohlräume im Türblatt können mit Einlagen und Verstrebungen versteift werden. Das Gewicht stellt grundsätzlich einen Indikator für die Sicherheit dar. Je schwerer umso höher der Widerstand.

 

Material

Das Material selbst spielt natürlich eine besondere Rolle. Auch Türen höherer Widerstandsklassen können aus allen für Türen verwendbaren Materialien bestehen. Es können die verschiedenen Hölzer (eher Hart- als Weichholz), Holzwerkstoffe, Glas und Stahl zum Einsatz kommen.

 

Maße und Entfernungen

Im Hinblick auf Einbruchschutz spielen die Stärke des Türblatts ebenso eine entscheidende Rolle wie auch die Entfernungen von Verriegelungselementen und Bändern oder auch die sowie die Tiefe der Falz.

Türrahmen

Da der Türrahmen in die Wand eingearbeitet ist, stellt er in der Regel selten eine Schwachstelle dar. Lediglich bei den Verbindungen zum Türblatt, bei Bändern und Schließblech ist eine solide Verbindung sicherzustellen.

Bänder

Bänder stellen die Verbindung zwischen Türblatt und Wand bzw. Zarge dar. Es handelt sich um bewegliche Teile, bei denen die Verbindungspunkte als Schwachstellen betrachtet werden können. Je nach verwendetem Material beim Türblatt und der Zarge und nach angestrebter Widerstandsklasse sind besonders stabile Bänder zu verwenden. Dabei spielt nicht nur die Konstruktion (Einbohrband, Lappenband, Einfräsband, Anschweißband oder Klemmband) eine entscheidende Rolle, sondern auch die Materialien und vor allem die Befestigung im Türelement bzw. der Zarge. Für alle Modelle gibt es spezielle Varianten, die eine besonders hohe Widerstandskraft gegen die entsprechende Gewalteinwirkung aufbringen. Mehr Informationen zum Thema Bänder im Kapitel Beschläge.

Schloß

Hinsichtlich der Einbruchsicherheit wird bei Schlössern primär zwischen Einfachverriegelungsschloß und Mehrfachverriegelungsschloß unterschieden. Das Einfachverriegelungsschloß bietet – wie das Wort schon sagt – eine einfache Verriegelung, die normalerweise in der Mitte der Tür angebracht ist. Diese Konstruktion bildet den Standard bei Innen- und Außentüren. Erhöhte Sicherheit gewähren Mehrfachverriegelungsschlösser, die eine zusätzliche Verriegelung im oberen und/oder unteren Bereich der Tür liefern. Die Konstruktion alleine liefert allerdings noch keine optimale Sicherheit, denn die Ausgestaltung spielt ebenfalls eine Rolle. In dem Zusammenhang sind unter anderem die Befestigungsschrauben sowie die Stärke der einzelnen Elemente zu nennen.

Schließblech

Neben der Schlosseinheit innerhalb des Türblatts, stellt das Schließblech die Schnittstelle auf Seiten der Zarge dar. Im Hinblick auf die Einbruchsicherheit spielen die Konstruktion (Z-Schließblech, Winkelschließblech etc.) ebenso eine bedeutende Rolle wie das verwendete Material und die Befestigung bzw. die Befestigungsschrauben. Die gesamte Schließblecheinheit ist so auszugestalten, dass destruktive Belastungen in die Zarge geleitet werden und dort möglichst abgefangen werden können.